Nicht geübt?

Wenn Schüler sich für das Erlernen eines Instruments entscheiden, ist das mit Üben verbunden. Das versteht sich gewissermaßen von selbst. Trotzdem passiert es dem Einen oder Anderen, dass er oder sie diese Woche nicht geübt hat und in meiner Tätigkeit bin ich natürlich der Erste, und irgendwie auch der Letzte, der davon Wind bekommt.

Ich bin überzeugt, dass es viel schädlicher für meine Schüler ist, sich in schlechtem Gewissen zu baden und reumütig in die Klavierstunde zu kommen, als das Nicht-Üben an sich hätte anrichten können. Ein Erwachsenenleben, und heutzutage auch Kinder- und Jugendlichenleben sind nun einmal „so hier und da“ in eine Woche stressig, und ich sage auch ganz ehrlich: Auch ich sitze manchmal am Klavier und KANN nicht üben.

Und wissen Sie was? Dann tu ich es nicht. Es hat keinen Sinn, sich zu grämen. Wenn es um ein Konzert geht, kommt die Motivation eh von alleine, und in den vielen anderen Fällen ist morgen auch noch ein Tag. Ich bin FEST überzeugt, dass Sie Zeit finden werden, oder lassen Sie sich einfach von mir inspirieren, und üben Sie mit Freude nicht! Wenn ich Sie dann genügend motiviert habe, können Sie ja immernoch die liebgewordene Angewohnheit des Nichtübens über Bord werfen und einmal damit anfangen ?

Die Wahl des Instrumentes

Klavierunterricht geht nicht ab, ohne dass man zuhause ein funktionierendes Instrument besitzt. Die Preise reichen von ca 30€ für eine kleine Minitastatur, bisweilen ohne eigene Tonerzeugung, bis hin zu mehrere hundert-tausende für einen Konzertflügel der Extraklasse. Das ist schon gewaltig, und wofür sollte man sich entscheiden?
Die Klaviere und Keyboards sind so individuell wie deren Spieler beziehungsweise Käufer, und man kann pauschal kein Klavier empfehlen, und zum Beispiel ein Keyboard verteufeln. Es gibt jedoch Grundlegende Kriterien: Auch ein Anfängerinstrument sollte Anschlags-dynamisch sein. Das bedeutet, dass es lauter spielt, wenn man die Taste fester drückt. Diese Fähigkeit besitzen die meisten epianos und Keyboards heutzutage, die Klaviere und Flügel sowieso. Des weiteren: Nehmen Sie nichts unter 61 Tasten, wenn Sie länger etwas von Ihrem Instrument haben wollen, lieber 73, achten Sie auf einen Pedal-Anschluss (sustain/sostenuto) und entscheiden Sie des weiteren nach Interesse und Portemonnaie. Ein gutes Instrument muss nicht allzu teuer sein. Ich berate Sie gern bei der Auswahl.

Tür zu, Gedächtnis weg

Heute war im Radio ein Beitrag über Wissenschaftler, die untersuchten das Phänomen, dass man vergisst was man wollte, wenn man „zum Saftholen“ in die Küche geht. Da hab ich länger dran herumgedacht und über meinen Kleinen Klavierunterrichtladenmuss ich dazu folgendes sagen:

Immer wieder fragen mich Schüler, ob sie das was ich erzähle, alles behalten und üben müssen, um es mir dann in der nächsten Stunde zu präsentieren.
Das ist zwar ein gutes Streben, aber die Erfahrung lehrt, dass das ein Ding der Unmöglichkeit ist.
Ich gebe meinen Schülern IMMER einen pianistischen Supermarkt. Es kann sein, dass man alles haben will, aber man kann trotzdem nicht alles mitnehmen. Ich erzähle von Akkorden, Fingersätzen, Technik, Melodie, und so weiter, und was der Schüler behält, das kann er üben. Was ihm am Ende mehr einleuchtet, das bleibt auch besser hängen; Später wird er aus eigenem Antrieb den Rest lernen wollen. Meine Botschaft ist immer:
Spiel was Du LEICHT findest. Der Rest kommt dazu wenn Dir das leichte „zu“ leicht erscheint.

Und ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an meine Schüler, ihr macht mein Wachstum als Klavierlehrer erst möglich. Danke euch!!!

(ursprünglich veröffentlicht 11.Mai 2015)